Wegeklasifizierung neu gedacht
Schon lange sind die Alpen ein Ort der Sehnsucht für die Menschen mit unterschiedlichster Erfahrung im Bereich des Bergsports. Dabei geht es um Erholung, Abenteuer und sportliche Herausforderungen. Mit der wachsenden Beliebtheit steigt jedoch auch die Zahl der Unfälle und somit auch die Herausforderungen, die damit einher gehen. Das bedeutet, Expert:innen müssen umso mehr der Frage nachgehen, wie Risiken im alpinen Gelände sowohl für den Laien als auch für die/den erfahrene:n Bergsportler:in besser verstanden und eingeschätzt werden können.
Genau dieser Frage wird im Projekt DIGIWAY auf innovative Art und Weise nachgegangen. Der Fokus liegt auf einer völlig neuen Bewertung alpiner Wege mit Hilfe von Geodaten, digitalen Karten und praxisnaher Validierung, immer mit dem Ziel im Auge, die Sicherheit am Berg nachhaltig zu verbessern.
Weiter Informationen und Details zum Projekt DIGIWAY:
Fördergeber
DIGIWAY ist ein Projekt der Europaregion Tirol – Südtirol – Trentino. Das Projekt DIGIWAY wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg VI-A Italien-Österreich 2021-2027.
DIGIWAY als entscheidendes Projekt
Die bestehenden Tourenportale, Wanderkarten oder Beschilderungen, die von den Wander:innen herangezogen werden, haben das Problem, dass die Bewertungen nicht vergleichbar sind. Das macht die Einschätzung und Planung sehr schwierig. Diese Bewertungskriterien sind zudem nicht grenzüberschreitend. So kann eine „mittelschwere“ Tour in Tirol einen anderen Schwierigkeitsgrad wie z.B. in Südtirol beschreiben. Das kann im schlimmsten Fall zu einer fatalen Fehleinschätzung von Seiten des/der Bergsportlers/Bergsportlerin führen.
DIGIWAY stellt daher genau eine entscheidende Frag und hebt sich dadurch ab:
Welche Konsequenzen hat ein möglicher Absturz an einem bestimmten Wegabschnitt?
Durch diese Frage kommt es zu einer Verschiebung des Fokus. Es geht nicht nur mehr um den Schwierigkeitsgrad, sondern um die Gefährdung im Gelände. Das führt zu einem Perspektivenwechsel mit großer Wirkung.
Das Ziel von DIGIWAY
DIGIWAY ist ein von INTERREG finanziertes Projekt der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino, welches das Ziel verfolgt – Geodaten zu harmonisieren, zu standardisieren und so grenzübergreifend nutzbar zu machen.
Konkret bedeutet das:
- eine Vereinheitlichung von Daten der Wanderwege
- die Entwicklung von gemeinsamen Bewertungsstandards
- die Integration von verschiedenen Datensätzen
- die Bereitstellung für Tourenplanung, Verwaltung und Rettung
Dies hat zur Folge, dass eine verlässliche Grundlage geschaffen werden kann, auf welcher Bergsportler:innen fundierte Entscheidungen treffen können.
Die Ausgesetztheitskarte als Herzstück
Ausgesetzheitskarte | © DIGIWAY
Das Herzstück von DIGIWAY ist die Ausgesetztheitskarte – die als Innovation bezeichnet werden kann, da sie das Verständnis alpiner Risiken grundlegend verändert. Es wird nicht nur der Schwierigkeitsgrad aufgezeigt, sondern auch welche Folgen ein Absturz an einem Bestimmten Ort haben kann. Dabei wird eine Abstufung für die Einstufung der Gefährdung herangezogen.
Klassifikation von Wander- und Bergwegen | © DIGIWAY
Die Besonderheit der Ausgesetztheitskarte liegt in der Kombination aus Datenanalyse und visualisierter Klarheit – dabei werden folgende Punkte in den Fokus gerückt:
- Einteilung in vier Gefährdungsklassen
- Darstellung konkreter Absturzbereiche entlang der Wege
- Berücksichtigung von Geländeformen und Hangneigung
- Nahtlose Darstellung über Regionsgrenzen hinweg
So wird das Risiko, das nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist, sichtbar.
Durch zahlreiche Validierungen im Gelände überzeugt die Karte somit nicht nur theoretisch, sondern ist auch in realen Situationen zuverlässig.
Verständliche Vermittlung durch StoryMaps
Wesentlich bleibt jedoch, dass es sich um ein Verständliches System handelt, welches auch für den Laien nachvollziehbar wird. Die Gewährleistung erfolgt über StoryMaps, dabei handelt es sich um eine interaktive Nutzererfahrung, die Karten, Texte und Visualisierungen miteinander verbindet. Dadurch können komplexe geographische Zusammenhänge intuitiv erfasst werden. Das ist allem voran im Kontext alpiner Sicherheit essentiell.
StoryMap | © DIGIWAY
Zusammengefasst kann bestätigt werden, dass DIGIWAY einen grundlegenden Wandel im Umgang mit alpinen Risiken schafft, denn es geht:
- Weg von isolierten Informationen – hin zu vernetzten, validierten Geodaten
- Weg von subjektiven Einschätzungen – hin zu objektiven, datenbasierten Entscheidungen
Eines ist klar:




