Projektinfos

INGEMAR führt das Naturgefahrenmanagement auf eine neue Ebene. Durch die Kombination von Prognosen, technischen Maßnahmen und lokalem Wissen entsteht ein intelligentes Naturgefahren-Management und Risikobeurteilungssystem für alpine Infrastrukturen.

Hintergrund: ÖBB & Naturgefahren

Naturgefahren stellen eine besondere Herausforderung für die Verkehrsinfrastruktur in alpinen Räumen dar. Das liegt auch an den unterschiedlichen Zeitverläufen und Auswirkungsbereichen. Umso schwieriger sind für die Betreiber der Umgang mit den Naturgefahrenprozessen und die Vorbereitung darauf. Die ÖBB-Infrastruktur AG ist österreichweit für die Instandhaltung und Gefahrensicherung der Bahn-Infrastruktur verantwortlich. Aufgrund dieser Weitläufigkeit ist es praktisch unmöglich, eine kontinuierliche, flächendeckende Beobachtung und Beurteilung durch Expert*innen durchzuführen. Dennoch ist es erforderlich, alle Naturgefahrenprozesse seriös zu beurteilen, um Naturereignisse rechtzeitig zu erkennen und adäquate Maßnahmen zum Schutz von Infrastruktur und Personen vor Naturereignissen treffen zu können. Mit INGEMAR soll genau das erreicht werden.

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Verschiedene Arten von Naturgefahren stellen die ÖBB-Infrastruktur AG vor große Herausforderungen. (Foto: RIOCOM)

Ziel: Ein Tool zur Verwertung von lokalem Wissen

Im Zuge des Projektes INGEMAR wird ein intelligentes Naturgefahren-Management und Risikobeurteilungssystem erarbeitet. Die Konzeption dieser Entscheidungsunterstützungsmethodik zielt darauf ab, lokalen Akteur*innen die Nutzung ihres Know-Hows und Erfahrungswissens im Kontext des Naturgefahren- und Risikomanagements von Verkehrsinfrastrukturen zu ermöglichen. Dabei werden die aktuellen, bestehenden Strukturen berücksichtigt und durch die Identifikation und Adaptierung bewährter Verfahren zur Naturgefahrenbewertung in einen neu entwickelten Beurteilungskreislauf und Entscheidungsprozess integriert. Es entsteht eine Software, die sowohl für tägliche Routinen im Normalbetrieb als auch für den Übergang zu Krisensituationen und das Management von Katastrophenereignissen.

Die bestehenden Strukturen und das Erfahrungswissen der lokalen Expert*innen sollen in INGEMAR eingebunden werden. (Foto: ÖBB-Infrastruktur AG)

Vorgehensweise: Praxisorientierte Entwicklung

Für die erfolgreiche Implementierung des neuartigen Tools gilt es zunächst, den Wissenstand der lokalen Akteur*innen zu erheben und anschließend zu vereinheitlichen, um erst die Nutzung des wertvollen lokalen Know-Hows zu ermöglichen. In der Entwicklungsphase stehen daher Workshops mit den lokalen Akteur*innen im Vordergrund, wodurch eine konsequente Orientierung an den unterschiedlichen Ausgangslagen, Bedürfnissen und Wünschen sichergestellt wird. Als Ergänzung zu klassischen Test kommen an vergangenen Ereignissen orientierte Planspiele zum Einsatz, die Praxistauglichkeit des entwickelten Verfahrens überprüfen. Der stetige Austausch der lokalen Akteur*innen mit Naturgefahrenexpert*innen stellt die Praktikabilität und die naturwissenschaftliche Validität des Entscheidungsunterstützungssystems sicher.

Im Projekt INGEMAR vereinen sich erfahrene Unternehmen und Wissenschaftler mit Expertise für Lawinen, Hochwasser, Sturzfluten und gravitative Gefahrenprozesse. Dieses spannende Team wird für die ÖBB-Infrastruktur AG ein innovatives und integrales Konzept für das Naturgefahrenmanagement von Verkehrsinfrastrukturen erarbeiten.

DI Albert Schwingshandl / RIOCOM

Daten/Fakten

Gewichtung/Anteil der Bereiche am Projekt (in %):

Forschung und Wissenstransfer

100%

Fördergeber

FFG