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LO.LA Gastbeitrag

Das Wissen über den aktuellen Zustand von Schneedecken ist der Schlüsselfaktor bei der Vorhersage der Lawinengefahr im Allgemeinen bzw. der Beurteilung konkreter Gefahrenbereiche (in Bezug auf Schneebrettlawinen) im speziellen. Tatsache ist, dass aktuell eine Methodenlücke im Bereich der operativ nutzbaren Verfahren zur automatisierten Beobachtung des Schneedeckenaufbaus insbesondere in Bezug auf „nutzerfreundliche“ und „verständlich aufbereitete“ Ergebnisse für Praktiker besteht.
Mit dem Projekt AVA.VIS wird das Konzept der Schneedeckenmodellierung weiter operationalisiert. Denn während in den letzten Jahren zunehmend Anwendungen und Auswertungen auf Basis von Schneedeckenmodellen für den operativen Einsatz in Lawinenwarndiensten entwickelt und eingesetzt wurden, gibt es bisher noch keine operativen Werkzeuge, welche die Beurteilung konkreter Gefahrenbereiche durch Lawinenkommissionen unterstützen.

Lisa Pulling

Lawinenprognostikern, LWD Steiermark

Welches Ziel wird mit AVA.VIS verfolgt?

Ziel ist es das bestehende System zur lokalen Lawinenrisikoeinschätzung zu operationalisieren. Bisher gibt es bereits eine lokale Lawinenrisikoanalyse und –prognose auf Basis von SNOWPACK, welche seit mehreren Saisonen im Testbetrieb mit den ÖBB und LO.LA sowie im Skigebiet Präbichl läuft. Dieses System soll für eine kommerzielle Nutzung und den Betrieb an einer Vielzahl weiterer Standorte optimiert werden.

AVA.VIS © Lisa Pulling, GeoSphere Austria

Daten/Fakten

Gewichtung/Anteil der Bereiche am Projekt (in %):

Fachliche und inhaltliche Konzeption

30%

Technische Umsetzung

30%

Implementierung und Einführung

20%

Projektmanagement

20%

Status

laufend

Warum wird AVA.VIS benötigt und welcher Mehrwert wird mit AVA.VIS generiert?

Die bereits existierende lokale Lawinenrisikoeinschätzung für einige wenige Standorte wird von den Testkommissionen gut angenommen. So ist der Wunsch aufgekommen, dass das Tool zukünftig in einem deutlich erweiterten Umfang entlang der Lawinenstriche einsetzbar sein soll.

Im Rahmen von AVA.VIS wird eine stabile, für viele Standorte operationell laufende, lokale Lawinenrisikoeinschätzung umgesetzt, die durch verbesserte Nutzerfreundlich in der Darstellung der Daten für Lawinenkommissionsmitglieder einen echten Mehrwert in ihrer täglichen Arbeit der Beurteilung der lokalen Lawinengefahr darstellt.

Kommissionsmitglieder bei ihrer Arbeit im Gelände bei Schneeprofilaufnahme und Schneedeckentests. © Lisa Pulling, GeoSphere Austria

Status Quo von AVA.VIS

Bisher wurde ein intensiver Design Sprint von der Firma Himmel veranstaltet, bei dem wir unsere Ideen, Vorstellungen und Anforderungen für das Endprodukt diskutierten und auf Papier brachten. Es ging im Spezifischen darum, dem zukünftigen Tool für Lawinenkommissionen – einer App-Anwendung mit der lokalen Lawinenrisikoeinschätzung sowie den nötigen Wetter- und Schneedeckeninformationen – ein Bild in Aufmachung und Funktionalität zu geben.

Parallel wurde an der Etablierung der technischen Infrastruktur gearbeitet, um das System operationell betriebsfähig zu machen und somit lokale Lawinenrisikoanalysen und –prognosen an einer Vielzahl weiterer Standorte aufsetzen zu können.

AVA.VIS | (c) LO.LA
AVA.VIS | (c) LO.LA

Welche weiteren Schritte im Projekt sind noch geplant?

Die erarbeiteten Designvorschläge aus dem Design Sprint werden mit ausgewählten Nutzer:innen getestet und deren Feedback eingeholt, um die Nutzerfreundlichkeit in der Auswertung und Darstellung der Daten zu maximieren. Zudem soll das operationelle Produkt in den Strukturen der GeoSphere Austria verankert und Schnittstellen etabliert werden, um Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

AVA.VIS | (c) LO.LA

Ausblick

Mit einem ausgearbeiteten Businessplan für den Vertrieb des Systems am Ende des Projekts soll die kommerzielle Vermarktung und der Betrieb an weiteren Standorten ermöglicht werden. Das Tool soll zukünftig die Beurteilung und Einschätzung der lokalen Lawinengefahr von Lawinenkommissionen unterstützen und deren Arbeit erleichtern, indem sie all ihre nötigen Informationen und Daten in einem Tool, auf dem Handy, gut verständlich parat haben.

AVA.VIS | (c) LO.LA

Titelbild: © Lisa Pulling, GeoSphere Austria