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Erkennt man als Skigebietsbetreiber die Chancen und Risiken, die im Zusammentreffen von Skitourengeher*innen mit Alpinskifahrer*innen liegen, und entschließt sich daher, Regeln für das Pistentourengehen aufzustellen, sollten die Betroffenen gut eingebunden werden.

In diesem Beitrag geben wir Tipps dafür und verraten, wie es gelingen kann, dass sich sowohl Alpinskifahrer*innen als auch Tourengeher*innen auf den Pisten wohlfühlen.

1. Klare und transparente Kommunikation

Die Skigebietsbetreiber müssen die für Skitourengeher*innen geltenden Regeln klar und deutlich ausschildern und kommunizieren. Möglichkeiten dafür sind die Veröffentlichung auf der skigebietseigenen Website oder über die Social-Media-Kanäle. Hierbei ist auf jeden Fall wichtig, nicht nur die Fakten – also die geltenden Sperren und Regeln – zu kommunizieren, sondern auch die Gründe dafür.

Fügt man der Kundmachung einer Pistensperre für Tourengeher*innen z.B. hinzu, dass Präparierungsarbeiten dringend notwendig sind, stößt man eher auf Verständnis. Dasselbe gilt für etwaige Gebühren für die Benutzung der Pisten oder der Parkplätze. Weist man darauf hin, dass dies genauso wenig wie das Benutzen von Toilettenanlagen und anderer Infrastruktur eine Selbstverständlichkeit darstellt, wird vielen Tourengeher*innen wohl klar, dass ein kleiner finanzieller Beitrag tatsächlich angebracht ist.

Pistentourengeher*innen sind erfahrungsgemäß gerne bereit, für erkennbare Leistungen zu bezahlen. Auch hier kann eine transparente Kommunikation einen Beitrag dazu leisten, um zu verhindern, dass man den Unmut der Skitourengeher*innen auf sich zieht.

2. Professionelle Beschilderung der Routen

Weiters ist es empfehlenswert, eine Aufstiegsroute für Skitourengeher*innen zu deklarieren und entsprechend auszuschildern. So lässt sich verhindern, dass Tourengeher*innen auf den „falschen“ Pisten landen und so eine Gefahr für Alpinskifahrer*innen darstellen.

Diese Aufstiegsroute könnte beispielsweise auch als „Tourenlehrpfad“ konzipiert werden. Auf diese Weise ließen sich für Tourengeher*innen wichtige Informationen, wie Lawinengefahr, Lawinenausrüstung oder Spitzkehrentechnik, mittels Schautafeln anschaulich erklären. Dadurch würde ein Mehrwert insbesondere für Skitouren-Anfänger*innen generiert.

Tipps dafür kann man sich bei SNOWHOW holen. Das erfahrene Bergführerteam verknüpft dabei alpines Know-how mit touristischen Angeboten – eine einzigartige Kombination. Touristische Angebote für die Gruppe der Skitourengeher*innen sind aktuell noch ein Nischenprodukt.

Die professionelle Beschilderung der Route weist den Skitourengeher*innen den Weg und auf Gefahren hin. (Foto: Klaus Kranebitter | SNOWHOW)

3. Bewusstsein schaffen

Neben Tipps und Tricks zum Skitourengehen selbst kann durch die erwähnten Tourenlehrpfade auch Hintergrundwissen vermittelt werden. Auch wenn die Lawinengefahr auf Pisten im Vergleich zum freien, ungesicherten Skiraum wesentlich geringer ist, ist sie dennoch nicht zu vernachlässigen. Der regionale Lawinenlagebericht bietet eine Orientierungshilfe. Lokal ist die Gefahr häufig jedoch unterschiedlich. Dabei kommt das digitale Tool LO.LA Safety ins Spiel, wodurch es möglich ist, die Lawinenlage auf lokaler Ebene einzuschätzen. Skigebietsbetreiber können LO.LA Safety nutzen, um ihren Gästen die Informationen zur lokalen Lawinenlage aus erster Hand bieten zu können. So können sie auch einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der Lawinengefahr leisten.

4. Tourengehertickets – ja oder nein?

Skitourengehen ist wohl auch deshalb eine so beliebte Sportart, weil sie – ganz abgesehen von den Ausrüstungs- und Spritkosten – im Vergleich zum alpinen Skisport günstig ist. Für das Pistentourengehen bieten mittlerweile allerdings schon einige Skigebiete eigene Tourengehertickets an.

Das Argument hierfür ist, dass die Tourengeher*innen ebenfalls von den bestens präparierten Pisten und der Infrastruktur profitieren. Das stimmt natürlich. Dennoch sollte bei der Preisgestaltung auf ein akzeptables Preis-Leistungsverhältnis geachtet werden.

Ist ein zusätzliches Angebot für Tourengeher*innen vorhanden (z.B. ein Skitourenlehrpfad), sind diese auch eher bereit, mehr zu zahlen. Vermieden werden sollten Doppelbezahlungen wie z.B. Parkplatzgebühr und Ticket bzw. keine Reduktion für Saisonkartenbesitzer*innen usw.

Skitouren auf Pisten bieten die ideale Möglichkeit, Material aus dem Verleih zu testen, bevor man selbst darin investiert. (Foto: Klaus Kranebitter | SNOWHOW)

5. Tourenausrüstung im Verleih

Neben den Preisen für das Benützen der Piste zum Tourengehen gibt es auch noch alternative Möglichkeiten, als Skigebiet (finanziell) vom Skitourenboom zu profitieren, beispielsweise über den skigebietseigenen Verleih. Neben der bisherigen Alpinski- und Snowboardausrüstung könnte man zukünftig auch Tourenski und Splitboards sowie alles, was dazu gehört, ins Sortiment aufnehmen. Besonders für Tourenanfänger*innen, die in das Tourengehen erst einmal hineinschnuppern und nicht gleich Länge mal Breite in spezielle Ausrüstung für die neue Sportart investieren wollen, ist das eine tolle Gelegenheit. Doch auch etablierte Tourengeher*innen würden dieses Angebot nutzen, da es kaum Möglichkeiten gibt, vor einer Neuanschaffung Ski, Schuh und Bindung für das Tourengehen auszuprobieren – wo ginge das besser als in einem Skigebiet mit angeschlossenem Skiverleih?

Tourengeher*innen stellen – egal ob auf oder abseits der Piste – heute eine wichtige Gruppe für die Wintersportindustrie dar, auf die nicht vergessen werden darf. Für sportartspezifische Trends wie das Pistenskitourengehen sind Skigebietsbetreiber daher gut beraten, passende Angebote zu entwickeln.

Pistentourengeher sind ein bislang unerschlossener Kundenkreis. Für gute Angebote sind diese bereit zu bezahlen. Gerne stehen wir für entsprechende Beratungen und Produktentwicklungen zur Verfügung. Besser attraktive Maßnahmen als restriktive.

Klaus KranebitterSNOWHOW

Expertise zum Thema Pistenskitouren

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