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Um Unfälle im Zuge von Pistenskitouren möglichst zu vermeiden, ist es naheliegend, entsprechende Regeln zu definieren. Für Alpinskifahrer*innen gibt es mit den FIS-Regeln klare Vorgaben zum Verhalten auf der Piste, für das Pistentourengehen fehlt ein solches Regelwerk, obwohl das Aufsteigen am Pistenrand in den FIS-Regeln gestreift wird. Viele Skigebiete ergreifen daher selbst die Initiative und stellen, meist auf Grundlage der entsprechenden Empfehlungen des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, Regeln zur Benützung der Pisten für Skitourengeher*innen auf.

So können Konflikten zwischen Alpinskifahrer*innen und Tourengeher*innen über die Nutzung der Piste vorgebeugt und etwaige Unklarheiten im Vorhinein ausgeräumt werden. Das Festlegen diverser Spielregeln allein reicht jedoch noch nicht aus, wichtig ist auch, diese an die Tourengeher*innen zu kommunizieren. Vor allem den sozialen Medien fällt hier ein großer Stellenwert zu, der gerne unterschätzt wird.

Wird seitens der Skigebiete auf eine saubere Ausarbeitung des Pistenskitourenkonzepts Wert gelegt, empfinden die Tourengeher*innen das als eine Wertschätzung ihnen gegenüber.

Viele Skigebiete haben mittlerweile sogenannte „Tourengeherabende“ eingeführt, an denen Nachtskitouren erlaubt sind. An den anderen Tagen sollte man die Pisten abends wegen gefährlicher Präparierungsarbeiten allerdings meiden. (Foto: Klaus Kranebitter | SNOWHOW)

Regeln für Skitourengeher*innen auf Pisten

Pistenskitourengeher*innen sollte bewusst sein, dass sie im Skigebiet gemeinsam mit anderen Nutzer*innen zu Gast sind und sich dementsprechend rücksichtsvoll verhalten müssen – genauso, wie sie es sich umgekehrt von den Alpinskifahrer*innen erwarten. Dazu gehört klarerweise auch das Befolgen der (möglicherweise) skigebietsspezifischen Regeln für Skitouren auf Pisten.

Welche Regeln im spezifischen Fall sinnvoll sind, entscheidet die Situation vor Ort. Hier eine Sammlung an möglichen Regeln:

  • Aufsteigen nur am Pistenrand und hintereinander
    So haben die Alpinskifahrer*innen noch genug Platz, um ihre Schwünge in den Schnee zu zeichnen.
  • Queren der Piste nur an übersichtlichen Stellen
    und mit ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Tourengeher*innen einer Gruppe.
  • Den Beschilderungen folgen
    Gibt es für Pistenskitouren spezielle, ausgeschilderte Aufstiegsrouten, sollte man sich unbedingt an die Beschilderung halten.
  • Sichtbar sein
    Das gilt sowohl bei Tageslicht als auch in der Nacht. Tagsüber ist helle Kleidung empfehlenswert, um von den Alpinskifahrer*innen als „Hindernis“ wahrgenommen werden zu können. Für nächtliche Skitouren sind Stirnlampe und/oder reflektierende Kleidung unerlässlich.
  • Pistensperren respektieren
    An die Sperrzeiten der Pistenbetreiber halten. Sind eine Piste oder ein Teil davon gesperrt, so gibt es dafür bestimmt einen triftigen Grund (z.B. Lawinengefahr, unzureichende Schneeauflage etc.). Gesperrte Pisten(-abschnitte) sollten also keinesfalls für Aufstieg oder Abfahrt benutzt werden. Häufig gilt in Skigebieten eine allgemeine Pistensperre über Nacht, zum Beispiel von 17 bis 8 Uhr. In dieser Zeit werden die Pisten präpariert. Das Begehen und Befahren der Pisten ist in diesem Zeitraum also unbedingt zu unterlassen, schließlich birgt die Kollision mit Pistengeräten oder Seilwinden große Gefahren. (Ausnahme: geöffnete Routen für Nachtskitouren)
  • Skitourenabende nützen
    Gibt es in einem Skigebiet deklarierte Tage für Skitourenabende (Nachtskitouren), so sollte man diese Gelegenheiten auch wahrnehmen und nicht stattdessen tags darauf auf eigene Faust zu einer Nachtskitour aufbrechen.
  • Frische Pisten nicht zerstören
    Insbesondere im Zuge von Nachtskitouren kommt man häufig in den Genuss von frisch präparierten Pisten. Diese sollten jedoch aus Rücksicht auf die Skigäste des Folgetages ausschließlich im Randbereich befahren werden. Der Grund dafür liegt darin, dass über Nacht festgefrorene Spuren die Qualität der Pisten stark in Mitleidenschaft ziehen.
  • Hunde bleiben zu Hause
    Hunde sollte man nach Möglichkeit nicht auf eine Pistenskitour mitnehmen. Und falls doch, nur angeleint.
  • Warnhinweise beachten
    Neben vor Ort gültigen Regeln sollten auch Warnhinweise, etwa zur tagesaktuellen Lawinengefahr, Beachtung finden.
  • Park- und Verkehrsregelungen einhalten
    Für das Parken greift man im besten Fall auf die ausgewiesenen Parkplätze zurück und entrichtet die allfälligen Parkgebühren.
  • Gebühren akzeptieren
    Muss für das Benutzen der Piste ein sogenanntes Tourengeherticket gelöst werden, tut man das am besten auch. Schließlich profitiert man auch als Tourengeher*in von den präparierten Pisten und der vorhandenen Infrastruktur wie etwa Toiletten oder Parkplätzen.
  • Notfallausrüstung mitnehmen
    Vor allem dann, wenn eine Abfahrt abseits der Piste geplant ist. Es schadet also nicht, LVS, Schaufel und Sonde dabeizuhaben – nicht nur der eigenen Sicherheit wegen, sondern auch, um gegebenenfalls bei Lawinenabgängen in Sichtweite (im freien Skiraum) aktiv helfen zu können.

Durch Tafeln kann nicht nur auf die Routenführung, sondern auch auf gefährliche Stellen und das geforderte Verhalten hingewiesen werden. (Foto: Klaus Kranebitter | SNOWHOW)

Die Regeln fürs Pistentourengehen

  1. Aufstieg am Pistenrand.
  2. Queren der Piste nur an übersichtlichen Stellen.
  3. An die ausgeschilderten Aufstiegsrouten halten.
  4. Sichtbar machen.
  5. Pistensperren und Sperrzeiten respektieren.
  6. Nachtskitouren nur an deklarierten Skitourenabenden.
  7. Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren.
  8. Hunde zu Hause lassen.
  9. Warnhinweise beachten.
  10. Parkgebühren entrichten.
  11. Tourengeherticket lösen.
  12. Lawinenausrüstung sicherheitshalber mitnehmen.

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